lauschig und ruhelos – Svenja Herrmann, Jurczok 1001 und Adam Schwarz

  • 1. September 2018

Die Lyrikerin Svenja Herrmann trifft auf den Spoken-Word-Künstler und Sänger Jurczok 1001 und den Debütanten Adam Schwarz. Musik: Saadet Türköz. Moderation: Martina Dumelin.

 

Park der Villa Sonnenberg. Foto: Stefan Kubli

Beim poetischen Spaziergang wandeln wir mit Kopfhörern ausgerüstet durch die Natur und lauschen an verschiedenen Stationen den Künstlerinnen und Künstlern: der Lyrikerin Svenja Herrmann, dem Spoken-Word-Künstler Jurczok 1001, dem Debütanten Adam Schwarz und der Musikerin Saadet Türköz. Der Weg führt uns von der Stadtgärtnerei in den Park der Villa Sonnenberg.

Jurczok 1001 ist seit 1996 der Künstlername des Zürchers Roland Jurczok. Der Spoken-Word-Autor, Sänger und Performer tritt national und international an Lesungen und Festivals auf. In den letzten zehn Jahren hat er das Format «Spoken Beats» entwickelt, in dem er Spoken-Word-Texte, Gesang und Live-Looping verbindet. In seinen Texten auf Schwiizertüütsch, Deutsch und Englisch erzeugen Wiederholungen Bedeutung und Humor, Sprechmuster werden freigelegt, politische Stimmungsmache karikiert. Die Sprache wird bei Jurczok 1001 zum Spiel.

Die Sprache von Svenja Herrmann dagegen ist zart, präzise und knapp. Sie liest aus ihren beiden Gedichtbänden «Ausschwärmen» und «Die Ankunft der Bäume». Ihre Entdeckungsreise führt an Orte, wo Innen- und Aussenräume ineinander verschmelzen, wo Worte sich im Karussell drehen und neue Wurzeln schlagen. Ihre Gedichte erkunden die Schnittstelle zwischen der bedrohten Natur und unserer Zivilisation. An diesem Ort leben Einsame, Sehnsüchtige, Vergessene, aber es sind auch Momente des Glücks möglich, wenn die Natur sich für einmal durchsetzt.

Eine Reise beschreibt auch Adam Schwarz: die letzte Pilgerreise des Eremiten Niklaus von Flüe mit seinem Sohn Hans. Diese führt das ungleiche Paar nach Westen, immer dorthin, wo Niklaus‘ Vision sie leitet. Adam Schwarz beschreibt in seinem Debütroman «Das Fleisch der Welt» einen wilden spätmittelalterlichen Road Trip, der daran erinnert, dass man weder vor der Welt, noch vor der eigenen Familie und schon gar nicht vor sich selbst fliehen kann. Glaube, Unglaube, Wahrheit, Moral und die Kolonialisierung bekommen in diesem gewieften Text einen ernsthaften Platz zugewiesen, und so ermöglicht das Buch neue Einsichten in die Welt von Niklaus von Flüe. Auch wenn es ganz anders gewesen sein kann.

Begleitet wird der Spaziergang von der kasachisch-türkischen Sängerin, Komponistin und Performance-Künstlerin Saadet Türköz. Sie verbindet improvisierte Musik mit den Klangsprachen der Gegenwart. Dazu prägen die musikalischen Einflüsse aus ihren Heimatländern ihr kreatives Schaffen.

Die Moderatorin und Kulturmanagerin Martina Dumelin moderiert den Spaziergang.

Datum:
Samstag, 1. September 2018
Zeit:
17:00–19:00
2. Vorstellung:
19:30–21:30
Autoren:
Moderation:
Musik:

Ort:

Die Spaziergänge finden bei jeder Witterung im Freien statt.

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